Vorsicht und Vorsorge sind Trumpf
Trotz zurückgehender Pegelstände bleiben Vorsorge und Vorsicht Trumpf. Das gilt vor allem für diejenigen in Telgte, die ganz nah an der Ems wohnen.
Das eine oder andere Hochwasser hat nicht nur der Mühlenhof im Schatten der Clemenskirche bereits erlebt, sondern auch Dieter Hardensett. Doch angesichts der Regen-Vorhersagen und der eindringlichen Warnungen durch den Krisenstab sorgt der Telgter für den Fall der Fälle vor.
Freiwillige bauen Damm
Etliche freiwillige Helfer hat er zusammengetrommelt, die rund um das historische Wohnhaus in Flussnähe einen Damm bauen. Dabei setzt Dieter Hardensett auf eine Eigenentwicklung. Aus Paletten bauen er und sein Team Holzgestelle, die mit Folie und Sandsäcken optimiert werden. „Hoffentlich geht das alles an uns vorbei“, sagt der Telgter.
Doch „Vorsorge statt eines großen Schadens“ ist für ihn derzeit die Devise. Denn in den vergangenen Tagen hat das Wasser bereits an vielen Stellen auf dem Grundstück gestanden. Das Haus soll es jedoch nicht erreichen, dafür arbeiten er und die anderen ununterbrochen.
Nachdem der Emspegel in Telgte in den vergangenen 24 Stunden um mehr als einen halben Meter gefallen war, hellten sich am Donnerstag die Gesichter vieler Einsatzkräfte ein wenig auf. Denn auch wenn für den Jahreswechsel mit weiteren heftigen Regenfällen gerechnet wird, „verschafft uns das ein wenig Luft“, so die Verantwortlichen.
Dennoch laufen nicht nur bei Dieter Hardensett die Vorbereitungen für ein neuerliches Ansteigen des Pegels auf Hochtouren. Besonders betroffen neben einzelnen Gehöften im Außenbereich sind vor allem die Bereiche an der Herrenstraße sowie am Stadtgraben, Immelmannweg und Nachtigallengrund.
THW sorgt für Notstrom
Dort hat das Technische Hilfswerk nicht nur in etlichen Bereichen eine Notstromversorgung aufgebaut, damit die Pumpen im Fall der Fälle weiter betrieben werden können, sondern Kellerfenster, Garagen und andere neuralgische Punkte wurden mit Sandsäcken, Brettern und Folien provisorisch abgedichtet. 80 Helfer des THW, dazu Feuerwehreinheiten aus der Region, Ehrenamtliche des DRK und der DLRG waren und sind derzeit in Telgte im Einsatz – zumeist im Schichtdienst.
In Bereitschaft ist unter anderem die Hochleistungspumpe Hannibal des THW in Lengerich. 1000 Liter in der Minute kann das Hightech-Gerät bei Bedarf abpumpen. Nach Angaben der Feuerwehr wurde ein Sandsack-Lagerplatz bei Osthues-Brandhove eingerichtet. Das Technische Hilfswerk hat eine sogenannte Führungsstelle, von der die Einsätze koordiniert werden, im Schulungsraum der Feuerwehr-Zentrale an der Alverskirchener Straße eingerichtet.
Bürgermeister Wolfgang Pieper lobt das Engagement der Ehrenamtlichen: „Durch das überragend gute Agieren der Freiwilligen Feuerwehr und der Einsatzkräfte des THW, durch die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Ordnungsamt, Feuerwehr, Stadtwerken, Abwasserbetrieb und THW konnte die Lage für die gefährdeten Gebäude stabilisiert werden. Ich bin den Einsatzkräften mehr als dankbar, dass in dieser außerordentlichen Situation mit Umsicht und sehr effektiv gearbeitet wurde“, betont Pieper.
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Bericht: wn.de