Thomas Feldhaus, Mitarbeiter des städtischen Bauhofes, hat vom Weihnachtsfest noch nicht viel gehabt. Mehrmals täglich fährt er die neuralgischen Punkte im Stadtgebiet ab. Dort schaut er einerseits, wie hoch der Emspegel mittlerweile steht, andererseits überprüft er die bestehenden Absperrungen und stellt neue auf.

Denn die Hochwassersituation in Telgte wird immer angespannter: Der Emspegel bei Einen, der als Indikator für Telgte gilt, ist von Heiligabend (8 Uhr) bis zum 1. Weihnachtszeit (8 Uhr) um 20 Zentimeter gestiegen. Und ein Ende der Wassermassen ist derzeit noch nicht in Sicht.

Viele Blicke richten sich sorgenvoll gen Himmel. Die Meteorologen haben zwar trockeneres Wetter angesagt, das Wasser aus dem ostwestfälischen Raum kommt teilweise aber erst noch nach Telgte.

Die Stadtverwaltung hat einen Krisenstab eingerichtet. Dieser steht im ständigen Austausch mit anderen Verantwortlichen und mit den Kräften der Freiwilligen Feuerwehr. Die Pegelstände der Ems sind unter ständiger Beobachtung. „Die Lage war bisher zwar angespannt, aber nicht dramatisch“, sagt Bürgermeister Wolfgang Pieper. Gegen Mittag ließ das Ordnungsamt auf dem Dümmert-Parkplatz ein Auto abschleppen. Es drohte, in den Fluten zu versinken.

Er betont, dass die Freiwillige Feuerwehr sehr gut auf alles vorbereitet sei.  Wie bereits berichtet, wurden rund 2500 Sandsäcke gefüllt. Die stehen auf dem Gelände der Raiffeisen für den Fall des Falles zur Verfügung. Zur Unterstützung der Warendorfer wurden unter anderem Zelte ausgeliehen.

Einsätze hat es bereits gegeben, etwa im Keller eines Hauses am Böhmer Bach in Höhe Stadtgraben. Dort musste Wasser abgepumpt werden, denn auch der Böhmer Bach hat Pegelstände erreicht, an die sich viele Telgter nicht erinnern können, sie jemals erlebt zu haben. Auch am Heimstättenweg ist die Feuerwehr im Einsatz. Zudem wurden an vielen Stellen entlang des Flusses Sandsäcke gestapelt.

Die Freiwillige Feuerwehr ist im Einsatz, um Keller und auch Oberflächenwasser zu pumpen und Gebäude mit Sandsäcken zu sichern. In Westbevern und in den Außenbereichen sind einzelne Hofstellen in Flussnähe betroffen, mit denen die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr aber in Kontakt steht und im Fall des Falles unterstützen soll.

„Bisher ist Telgte aber alles in allem noch gut mit der Hochwassersituation klargekommen. Der Bereitschaftsdienst beobachtet die Lage natürlich“, so Pieper. Das Hauptproblem seien aktuell die durch anhaltende Regenfälle völlig durchnässten Böden, die die Gefahr umstürzender Bäume erhöhten.

Am ersten Feiertag waren Ordnungsamtsleiterin Tatjana Hansen und Bürgermeister Wolfgang Pieper unterwegs, um sich zusammen mit dem Leiter der Feuerwehr, Lutz Mahler, ein Bild von der Lage zu machen. „Die Freiwillige Feuerwehr geht sehr umsichtig und zielgenau vor und unterstützt an vielen Stellen effektiv“, hebt Fachbereichsleiterin Hansen hervor. „Jetzt darf allerdings nicht mehr ganz viel Wasser hinzukommen, sonst bekommen wir größere Probleme.“

Auch auf der Kläranlage des Abwasserbetriebes waren Lutz Mahler und Matthias Bußmann von der Feuerwehr zusammen mit Tatjana Hansen und Bürgermeister Wolfgang Pieper, um die Situation mit dem dortigen Bereitschaftsdienst zu besprechen. Sollte der Hochwasserstand der Ems weiter steigen, könnte es für die Funktionsfähigkeit der Kläranlage zu Problemen kommen. Noch ist dort „Luft“, heißt es seitens der Verantwortlichen, aber erforderliche Sicherungsmaßnahmen wurden vor Ort direkt schon besprochen.

„Die Sicherungsketten und insbesondere die Kommunikation der beteiligten Einsatzkräfte mit dem Ordnungsamt und der Leitstelle in Warendorf laufen vorbildlich“, zeigt sich Bürgermeister Pieper zufrieden und zugleich sehr dankbar: „In solchen Ausnahmesituationen und Unwetterlagen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine gut aufgestellte, gut ausgerüstete und motivierte Feuerwehr vor Ort ist. Ich bin den Kameradinnen und Kameraden für Ihr besonderes Engagement zu Weihnachten sehr dankbar.“

 

Bericht: wn.de