Die nächsten Stunden sind entscheidend
Nachdem in der Nacht noch einmal rund 15 Liter Regen gefallen sind, hoffen die Verantwortlichen in Telgte aktuell auf die von den Meteorologen vorausgesagte Entspannung beim Wetter und ein Absinken des Emspegels. Allerdings werden Evakuierungen nicht ausgeschlossen.
Neuerliche Regenfälle in der Nacht sowie nachfließende Wassermassen aus dem ostwestfälischen Raum haben den Emspegel bei Einen am zweiten Weihnachtstag (8 Uhr) bis auf 4,53 Meter ansteigen lassen. Damit ist der sogenannte Hochwasser-Informationswert 2 überschritten, eine weitere Warnstufe erreicht. Aktuell allerdings stagniert der Pegel auf diesem extrem hohen Niveau.
Überschritten hat das Weihnachts-Hochwasser 2023 seit wenigen Stunden auch den Wert des Dezember-Hochwassers 1960, das neben dem Hochwasser im Februar 1946 als eines der größten in der jüngeren Stadtgeschichte gilt.
Entsprechend bleibt die Lage angespannt. Die Feuerwehr war in den späten Abend- und Nachtstunden wieder unterwegs, um beispielsweise Sandsack-Barrikaden zu erweitern und Keller auszupumpen.
Derzeit zeichnet sich aber ein Hoffnungsschimmer ab, denn zum einen haben die Meteorologen für die nächsten Stunden keinen Regen mehr vorhergesagt, zum anderen sinken die Pegel im Ems-Oberlauf sowohl in Steinhorst als auch in Rheda langsam. Das lässt auf ein Abklingen nachdrückender Wassermengen aus dem Oberlauf schließen.
Gleichwohl sind Feuerwehr und andere Verantwortliche weiterhin in Alarmbereitschaft. Sorgen bereiten allerdings die Wetterprognosen für das kommende Wochenende mit vermutlich weiteren Starkregenfällen, so Bürgermeister Wolfgang Pieper.
Vor diesem Hintergrund wird der Krisenstab der Stadt Telgte am Mittwochmorgen gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr, den Stadtwerken Ostmünsterland und dem Abwasserbetrieb TEO erörtern, welche präventiven Maßnahmen ergriffen werden müssen, um gegenenfalls Häuser zu evakuieren und weitergehende Schäden abwenden zu können. Bereits am zweiten Weihnachtstag werden die Eigentümer der vermutlich betroffenen Gebäude vom Ordnungsamt der Stadt informiert, damit sie sich auf das Wochenende vorbereiten können, falls tatsächlich der Strom abgeschaltet und Gebäude verlassen werden müssen.
Die Bereitschaftsdienste von Ordnungsamt, Stadtwerken und Abwasserbetrieb sind bereits verstärkt worden; die Freiwillige Feuerwehr ist seit Samstag nahezu durchgängig mit jeweils 30 bis 40 Kräften schichtweise im Einsatz.
Bericht: wn.de