Aus der Ems ist ein riesiger See geworden
Knapp 4,30 Meter zeigt aktuell der Emspegel in Einen. Für Telgte bedeutet das, dass die Wasserstände weiter leicht gestiegen sind. Und ein Ende ist nicht in Sicht.
Nicht nur Raimund Jürgens als Anlieger schaut regelmäßig aus dem Fenster, sondern auch viele seiner Nachbarn und andere Telgter. Denn das Hochwasser steigt und steigt. Am Heiligabend erreichte es um die Mittagszeit 4,30 Meter. Ein Wert, der zwar nicht rekordverdächtig ist, aber in den vergangenen Jahren nicht erreicht wurde. 20 bis 30 Jahre ist es her, dass nach Angaben von Anliegern ähnliche Pegelstände erreicht wurden.
Entsprechend sind Ordnungsamt und Feuerwehr weiter in Bereitschaft und kontrollieren regelmäßig den Wasserstand.
Das Hochwasser ist aber auch ein Magnet. Zahllose Spaziergänger und Fahrradfahrer sind derzeit unterwegs und machen Bilder von der Flut, die sich durch die Emsauen und die Planwiese wälzt. Telgte gleicht an vielen Stellen einer Seenlandschaft.
Pegel sollen noch weiter steigen
Normalerweise können die Telgter einem Hochwasser einigermaßen gelassen entgegensehen. Dafür sorgen viele Überschwemmungsflächen. Doch das ist aktuell anders: Bedingt durch die starken Regenfälle in den vergangenen Tagen ist der Emspegel bei Einen auf deutlich über vier Meter angestiegen, und trotz der einen oder anderen kleineren Regenpause ist ein Ende der Wassermassen noch nicht abzusehen.
Die Feuerwehr bereitet sich auf die für die vorausgesagten Pegelstände vor. Bereits am Freitagnachmittag wurden mit Unterstützung von Helfern des DRK Telgte auf dem Gelände der Raiffeisen-Genossenschaft etwa 2300 Sandsäcke gefüllt und für den Transport vorbereitet. Denn laut Voraussagen des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sollen die Pegel noch weiter steigen.
Etliche Wege gesperrt
Die Stadt hat vorgesorgt: Weite Teile der Emsauen, die Planwiese, die Fuß- und Radwege in Emsnähe sowie die Unterführung der Bundesstraße 51 an der August-Winkhaus-Straße sind bereits überflutet und durch den Bauhof gesperrt worden. Auch der Fahrradweg Richtung Haus Langen beziehungsweise nach Westbevern im Bereich des Emshofes ist im Moment wegen der Überschwemmung nicht befahrbar.
Zudem haben die Stadtwerke Ostmünsterland vom Wasser bedrohte stromführende Verteiler abgeschaltet. In einigen Bereichen funktioniert daher aktuell die Straßenbeleuchtung nicht.
Es ist übrigens das fünfte Hochwasser innerhalb von knapp drei Monaten, das durch die Emsstadt rauscht. Das hatte und hat auch erhebliche Auswirkungen auf die Bauarbeiten im Dümmert, die immer wieder eingestellt werden mussten.
Bericht: wn.de