Gegen 7 Uhr konnte der Tunnel wieder für Fahrgäste freigegeben werden - noch halbwegs rechtzeitig für viele Pendler. Am Mittag musste die Feuerwehr dann ein weiteres Mal ausrücken, um erneut eindringendes Grundwasser zu beseitigen.
Doch nicht nur die Feuerwehr war im Einsatz, sondern auch die Bundespolizei. Denn etliche der frühen Fahrgäste sahen aufgrund des Wassereinbruchs keine andere Möglichkeit, auf das Gleis in Fahrtrichtung Münster zu gelangen, als vom Bahnhofsgebäude aus die Schienen zu überqueren. „Dabei haben sie sich einer großen Gefahr ausgesetzt, denn die Züge fahren mit bis zu 140 Stundenkilometer durch Vadrup“, kommentierte ein Mitarbeiter des Bahnhofsmanagements in Münster dieses Handeln.
Mit mehreren Einsatzkräften verhinderten die Beamten das Überqueren der Gleise. Weiteren Fahrgästen blieb nichts anderes übrig, als größere Umwege in Kauf zu nehmen, um das passende Gleis zu erreichen.
Der Grund für den Wassereinbruch war schnell gefunden. Der Tunnel steht im Grundwasser. Deshalb sind beiderseits des Durchgangs in speziellen Sickerschächten Pumpen installiert, die im Normalfall dafür sorgen, dass die Fahrgäste keine nassen Füße bekommen.
Aus bislang noch nicht geklärter Ursache fielen beide Geräte gleichzeitig aus, das Wasser sickerte in die Unterführung. Noch vormittags konnte eine der Maschinen repariert werden. Die andere fiel nach einem Testlauf erneut aus. Die Reparaturarbeiten dauerten bis in den Nachmittag an.

