Statt erst zur Wache zu eilen, konnten bei Winkhaus beschäftigte Feuerwehrkameraden mit dem neuen Wagen direkt vom Werksgelände zum Einsatzort ausrücken. Das kann wichtige Minuten Zeitgewinn bringen, erst recht, wenn Menschenleben in Gefahr sind. In der Schutzzielerreichung hatte die Telgter Feuerwehr bisher Defizite.
"Es ist ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten", sagte Bürgermeister Wolfgang Pieper bei der Fahrzeugübergabe. "Eine win-win-Situation."
14 Winkhaus-Mitarbeiter sind ehrenamtlich in Feuerwehren aktiv, nicht nur in Telgte, auch in Everswinkel und Freckenhorst zum Beispiel. Sie werden über die Leitstelle während der Tagschicht alarmiert, sollte es in Telgte oder Westbevern zu einem Unglück kommen. An Bord des achtsitzigen VW-Bullis befindet sich eine Erstausstattung, wie Wehrführer Alfons Huesmann sagte. Dazu gehören zwei Atemschutzgeräte, ein Druckbehälter, der speziellen Klebschaum enthält und einem Löscheffekt von 400 Litern Wasser entspricht, außerdem 30 Meter Schlauch, eine Notfalltasche und noch einiges mehr. Das bedeutet: Mit dem Equipment auf dem Wagen können die Kameraden tatsächlich am Einsatzort erste Maßnahmen einleiten und müssen nicht warten, bis weitere Kräfte nachrücken.
"Dafür stellen wir gerne einen Platz in unserer Tiefgarage zur Verfügung", sagte Geschäftsführer Tilmann Winkhaus. Das Unternehmen sei stolz auf diese Kooperation mit der Stadt.
Wenn bei Winkhaus selbst etwas sein sollte, könne mit dem Wagen die Früherkennung verbessert werden, hob Alfons Huesmann hervor. "Die Zeit ist da entscheidend", sagte Geschäftsführerin Sofie Winkhaus. An Bord des Wagens befindet sich auch ein Schlüssel, um die Brandmeldeanlage des Unternehmens zurückzustellen, damit gegebenenfalls keine weiteren Einsatzkräfte anrücken müssen.
Die Realisierung dieser Kooperation sei auch Ausdruck dafür, wie mit dem ehrenamtlichen Engagement der Feuerwehr umgegangen werde, hob Wolfgang Pieper in seinen Dankesworten hervor.
Die Idee zu dieser Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft war in der Feuerwehr selbst aufgekommen. Frank Göttker und Dieter Sternberg, die beide bei Winkhaus arbeiten, haben sie dann mit Peter Hordt, dem Technischen Leiter Fenstertechnik, weiter vorangetrieben.
Der VW-Bus kostet einschließlich Ausstattung knapp 60 000 Euro. Für 2012 und 2013 plant die Stadt die Anschaffung von zwei Löschgruppenfahrzeugen.



