Von der Ritter- an die Alverskirchener Straße: Die Feuerwehr weiß nun endlich, woran sie ist. Mit zwei Gegenstimmen hat der Rat am Donnerstagabend den Grundsatzbeschluss gefasst, den Bolzplatz an der Alverskirchener Straße als künftigen Standort der Feuer- und Rettungswache weiter zu entwickeln.
„Ein nahezu genialer Standort“, sagte Wolfgang Pieper am Freitag vor der Presse. Als er noch nicht im Amt war, hatte die Stadtverwaltung insgesamt neun potenzielle Flächen in Telgte überprüft. Am Ende blieb dieses rund 10 000 Quadratmeter große Sportgelände übrig. Es hat zum einen den Charme, dass es der Stadt schon gehört, somit keine Grunderwerbskosten anfallen. Aber auch was die Einrück- und Ausrückzeiten angehe, böten sich viele Vorteile, so der Bürgermeister. Das hätten Testfahrten zu den wichtigsten Schutzzielen in der Stadt unter Einsatzbedingungen ergeben, die im Video festgehalten wurden. Bewusst, so Wehrführer Alfons Huesmann, seien diese auch zu Zeiten durchgeführt worden, in denen der Orkottenkreisel verstopft gewesen sei. Aber dadurch dass die anrückenden Fahrzeuge weithin über die Alverskirchener Straße hör- und sichtbar seien, könne der Verkehr problemlos nach links und rechts ausweichen, um die Feuerwehr durchzulassen.
Die Feuerwehr stehe voll und ganz hinter dem Standort, so Huesmann. „Warum erst jetzt?“, hätten sich Kameraden nach den Ergebnissen der Einsatzfahrten gefragt. Auch der Bürgermeister räumte ein, dass lange Zeit niemand auf diesen Standort gekommen sei. Zu lange sei der Blick in einem quälenden Verfahren auf den Orkotten gerichtet gewesen.
Obwohl der Grundsatzbeschluss nicht öffentlich gefasst wurde, was durchaus im Rat nicht unumstritten war, bemüht sich die Stadt nun um ein Höchstmaß an Transparenz. Die Anlieger wurden inzwischen telefonisch über die Planung informiert - die Reaktionen seien gemischt gewesen, berichtete Pieper. Für Anfang Juli ist eine Informationsveranstaltung geplant. „Wir wollen das Vorhaben nicht gegen die Bürgerinnen und Bürger durchsetzen.“ So ist vorgesehen, das Geld, das man für den Grunderwerb jetzt nicht benötigt, als Spielraum für einen verbesserten Schallschutz zur umliegenden Wohnbebauung zu nutzen. Das gelte auch für das gerade entstehende Wohnquartier an der Beethovenstraße. Der Verwaltungschef machte keinen Hehl daraus, dass die Eigentümer dort die Grundstücke unter anderen Voraussetzungen erworben hätten.
Aus einer kombinierten Feuer- und Rettungswache rückten durchschnittlich im Jahr 2400 Mal Fahrzeuge unter Einsatzbedingungen aus, so Alfons Huesmann. Der Kreis und die Bezirksregierung unterstützten den Standort Alverskirchener Straße, erklärte der Bürgermeister. Ergänzend soll an einem noch nicht festgelegten Platz nördlich der Bahn ein Löschzug der Feuerwehr als Satellit stationiert werden.
Vermutlich im September soll damit begonnen werden, in den Gremien des Rates die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den neuen Feuerwehrstandort zu schaffen.
Text: WN, Roland Greife

