Dabei sollen die Aspekte Lärmschutz und Stadtplanung, im Fall Bruens auch die Möglichkeit einer Sonderquerung der Bahn für die Wehr sowie die feuerwehrtechnische Eignung insgesamt berücksichtigt werden. Was die fachliche Bewertung betrifft, soll Fritz Burrichter, stellvertretender Chef der Berufsfeuerwehr Münster, einen neutralen Blick von außen auf die Eignung der beiden Grundstücke werfen. Die Ergebnisse der Prüfung sollen bis zum 28. September vorliegen. In dieser Sondersitzung des Planungsausschusses hätte die Verwaltung eigentlich schon die Vorentwürfe von Architekten zum Standort Alverskirchener Straße präsentieren wollen. Die Beauftragung von Büros ist aber ein weiteres Mal ausgesetzt worden.
„Jetzt noch einmal Tempo rauszunehmen“, wie es der Bürgermeister formulierte, stieß letztlich im Rat auf eine deutliche Mehrheit. Die CDU fand sich darin wieder, die die Aufweitung der Standortsuche beantragt hatte. Auch die FDP, der daran lag, im Falle Bruens die Sonderquerung der Gleise für die Feuerwehr noch einmal genau zu hinterfragen, und zwar dann, wenn kein Zug kommt. „Wenn das klappen würde, ließe sich dieser Standort relativ schnell realisieren“, so Karin Horstmann. Auch der CDU geht es laut Volker Herwing und Frank Demmer um eine rasche Realisierung, deshalb gelte es „rechtliche Gewitter“ zu vermeiden. Klaus-Werner Heger (SPD) warnte vor einer „Holter die polter“-Planung. Standortalternativen zur Alverskirchener Straße seien bisher nicht hinreichend abgewägt worden.
Die Grünen fragten sich zumindest mehrheitlich, was eine nochmalige Prüfung bringen solle. „Da kommt nichts Neues bei heraus“, war Bernhard Drestomark überzeugt. Die Fragen des Lärmschutzes für die Anlieger würden in einem förmlichen Bauleitverfahren geklärt, ergänzte Sabine Grohnert.
So ein Verfahren, daran ließ der Bürgermeister keinen Zweifel, werde die Stadt keineswegs für beide in Frage kommenden Standorte beginnen. Sowohl die Kameraden der Feuerwehr als auch die Anlieger hätten am 28. September einen Anspruch darauf, eine Entscheidung zu bekommen.
Die Feuerwehr könne mit der gestern getroffenen Entscheidung leben, so Stadtbrandmeister Alfons Huesmann auf Anfrage. „Aber dann müssen Nägel mit Köpfen gemacht werden.“ Ralph Brombach von der Bürgerinitiative der Bolzplatzanwohner sagte, mit einer positiveren Entscheidung habe man gestern nicht rechnen können. Das weitere Vorgehen bis September werde man nun besprechen.
Text: WN, Roland Greife

