Neben der Feuerwehr Telgte waren die Feuerwehren Everswinkel, Ostbevern, Oelde und Münster beteiligt. Dazu kamen das Institut der Feuerwehr NRW (IdF) mit dem Hytrans Fire System (HFS), der THW Ortsverband Warendorf und die Feuerwehr des Kreises Gütersloh. Die Übung war vorab mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, dem Kreisbrandmeister und der Unteren Wasserbehörde des Kreises Warendorf abgestimmt.

Stationsübung statt Großlage

Die Übung war bewusst keine Vollübung mit einer durchgehenden Lage. Stattdessen gab es sechs Stationen, an denen jeweils ein typisches Einsatzszenario eines Waldbrandes trainiert wurde. Im Vordergrund stand die Technik und Taktik der Waldbrandbekämpfung. Die Führungskräfte hatten die übergeordnete Einsatzführung vorher schon in einem Planspiel geübt.

1. Wasserversorgung aus dem Waldschwimmbad

Der Wasserförderzug NRW hat mit einer Schwimmpumpe des HFS Wasser aus dem Becken des Waldschwimmbades entnommen. Über den Waldweg, die Westbeverner Straße und die Waldtangente wurde eine rund 1.900 Meter lange Schlauchleitung mit 150 Millimetern Durchmesser bis zur zentralen Waldkreuzung verlegt. An der Westbeverner Straße lag die Leitung auf dem Radweg bzw. am Waldrand, sodass der Autoverkehr nicht beeinträchtigt wurde. Damit die Anwohner am Waldweg weiter zu ihren Häusern kamen, haben zwei Bergungsgruppen des THW mit dem Einsatz Gerüst System eine Schlauchbrücke gebaut. Ein Kran des THW hat die Leitung eingehoben. An der Waldkreuzung hat die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen des THW zwei Faltbehälter mit je 25.000 Litern als zentralen Wasserübergabepunkt aufgebaut. Insgesamt waren über 150.000 Liter Wasser eingeplant.

2. Wasserförderung im Wald

Vom Wasserübergabepunkt aus hat die Feuerwehr Telgte mit dem LF 20 KatS und einem Gerätewagen Logistik zwei B Leitungen tiefer in den Wald verlegt: rund 620 Meter bis zur Siedlung „Im Klatenberg“ und rund 480 Meter zur Kreisregnerstrecke. In jede Leitung wurde eine Tragkraftspritze als Verstärkerpumpe eingebaut, um den Druckverlust auszugleichen. Dabei wurde auch erfasst, wie lange der Aufbau dauert und wie gut sich die Fahrzeuge im Wald bewegen lassen.

3. Progressive Schlauchverlegung

An der Waldtangente wurde ein Löschangriff entlang einer angenommenen Feuerflanke geübt. Dabei wird die Leitung schrittweise verlängert: Von einer C Leitung als Ankerpunkt geht ein Trupp mit einem dünnen D Strahlrohr an der Flanke entlang. Sobald die D Schläuche aufgebraucht sind, wird die C Leitung verlängert und der Ankerpunkt nach vorne versetzt. So entstand eine Leitung von bis zu 450 Metern. Zum Einsatz kamen die neuen Ergänzungssätze der Feuerwehr Telgte für Vegetationsbrände. Weil Ersteinheiten dieses Verfahren sofort beherrschen müssen, haben nur zwei Staffelbesatzungen geübt. Das Wasser kam aus einem Tankwagen mit 12.000 Litern der TEO Wasserförderkomponente. Zeiten und Wasserverbrauch wurden für künftige Einsatzplanungen dokumentiert.

4. Nasse Verteidigungslinie mit Kreisregnern

Etwa 50 Meter nördlich der Waldsiedlung haben zwei Gruppen eine rund 320 Meter lange Regnerstrecke mit acht Kreisregnern vor einer angenommenen Feuerfront aufgebaut. Diese nasse Barriere soll ein Feuer aufhalten. Weil es im Kreis Warendorf noch keine Kreisregner gibt, hat der Kreis Gütersloh die Geräte gestellt und seine Kräfte haben beim Aufbau beraten.

5. Objektverteidigung an der Siedlung „Im Klatenberg“

Die kleine Siedlung mitten im Wald wäre bei einem echten Waldbrand direkt bedroht. Zu ihrem Schutz wurden vier C Rohre in Richtung der angenommenen Feuerfront aufgebaut. Vier weitere D Rohre sicherten die Flanken und die Rückseite gegen Funkenflug und Glutnester. Die Bewohner waren vorher informiert.

6. Spezialfahrzeuge für die Waldbrandbekämpfung

Im nördlichen Teil des Waldes haben die Feuerwehren Münster und Oelde ihre Waldbrandtanklöschfahrzeuge vorgeführt. Die Feuerwehr Münster setzt ein dreiachsiges Fahrzeug auf Tatra Fahrgestell mit großem Wassertank ein. Das Fahrzeug aus Oelde folgt dem französischen Konzept eines mittleren Waldbrandtanklöschfahrzeugs (CCFM). Mit je einer Tankfüllung wurde im Fahren ein möglichst langer Feuersaum abgelöscht. So ließen sich die Möglichkeiten und Grenzen beider Konzepte vergleichen.

Ablauf des Tages

Das THW hat auf dem Parkplatz der Firma Hygi.de einen Bereitstellungsraum mit Meldekopf betrieben. Dort haben sich alle Teilnehmer angemeldet und Lunchpakete bekommen. Nach dem ersten Briefing um 8:30 Uhr begannen ab 9:15 Uhr der Aufbau der Wasserversorgung und die Station der Spezialfahrzeuge. Nach einem zweiten Briefing um 10 Uhr kamen ab 10:45 Uhr die übrigen Stationen dazu. Die Fahrzeuge fuhren in festgelegten Kolonnen in den Wald. Bis zur Mittagszeit wurde an allen Stationen geübt. Danach konnten die Teilnehmer die anderen Stationen besichtigen. Nach dem Abbau und den Abschlussbesprechungen an den einzelnen Stationen endete die Übung gegen 15:30 Uhr. Zum Abschluss gab es ein gemeinsames Grillen und Erfahrungsaustausch im Gerätehaus Telgte.

Rund 150 Einsatzkräfte aller beteiligten Organisationen waren eingeplant. Während der Übung hielt die Feuerwehr Telgte eine eigene Einsatzreserve bereit, damit der Grundschutz der Stadt gesichert war. Ein Krankentransportwagen des DRK Telgte war für den Sanitätsdienst vor Ort.

Wir danken allen beteiligten Feuerwehren, dem IdF NRW, dem THW, dem Kreis Gütersloh, den Behörden und den Anwohnern für die Unterstützung.

Neben Bürgermeisterin Katja Behrendt und Ordnungsamtsleiterin Tatjana Hansen war auch Stefan Herzig, allgemeiner Vertreter der Bürgermneisterin von der Stadt Telgte vor Ort. Kreisbrandmeister Patrik Hillebrand machte sich ebenso wie Förster Markus Pröbsting-Erpenbeck vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW und einigen Vertretern der lokalen und überörtlichen Presse ein Bild von der Übung. In einem kurzen Pressegespräch gab Carsten Einhoff, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Telgte, kurz einen Überblick über den Übungstag, bevor von Benjamin Schürholt bei einem Rundgang durch die verschiendenen Übungsszenarien weitere Details erklärt wurden.

Bürgermeisterin Kaja Behrend sprach einen Dank an alle Beteiligten aus und stellte fest, wie passend eine solche Übung, nach den Waldbränden im Sommer in Marsberg und der Eifel, ist.
Auch Kreisbrandmeister Patrik Hellebrand unterstrich den Sinn einer solchen Übung. “Viele Konzepte, die auf Kreis- und Kommunalebene erstellt wurden, werden hier zusammengeführt.”, so Hillebrand. Der Einsatz der 5. Bereitschaft der Bezirksregierung Münster, die der Kreis Warendorf zusammen mit der Feuerwehr Münster besetzt, zeigte eindrucksvoll, was Feuerwehr leisten kann. 300 Einsatzkräfte waren hier in mehreren Schichten für insgesamt 37 Stunden in Marsberg im Einsatz.

An der Übung nahmen Teil:

Feuerwehr Telgte, Feuerwehr Everswinkel, Feuerwehr Ostbevern, Berufsfeuerwehr Münster mit Waldbrand-TLF, Feuerwehr Oelde mit Waldbrand-TLF, Institut der Feuerwehr mit Wasserförderzug NRW und Motorradstaffel, Gerätewagen Waldbrand aus dem Kreis Gütersloh
THW Warendorf, Lüdinghausen, Lengerich und Rheine
DRK Telgte, Team des Waldschwimmbades

 

Weitere Bilder folgen, nach der Sichtung und Sortierung.