Tragischer Notfall im Windrad-Turm: Todesursache weiter unklar
Ein Notfall in einem Windrad in 70 Metern Höhe hat vor einer Woche einen außergewöhnlich schwierigen Einsatz der Feuerwehr ausgelöst. Dabei kam ein 26-Jähriger ums Leben. Die Ermittlungen dauern an.
Update: 11. Februar. Der 26‑jährige Mann, der am vergangenen Mittwoch (4. Februar) tot in einem Windrad an der L 811 zwischen Westbevern-Vadrup und Ostbevern gefunden worden war, ist inzwischen obduziert worden. Nach Angaben der Polizei ergaben sich dabei bislang keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.
Die Todesursache ist damit weiterhin unklar, teilte die Polizei-Pressestelle auf Nachfrage mit. Nähere Erkenntnisse erhoffen sich die Experten durch sogenannte feingewebliche Untersuchungen sowie weitere Ermittlungen. Wann mit einem abschließenden Ergebnis zu rechnen sei, sei offen, so die Beamten.
Obduktion soll Klarheit bringen
Update: 6. Februar. Nach Angaben der Polizei wird der Tote in der kommenden Woche obduziert. Davon erhoffen sich die Experten Rückschlüsse auf die Todesursache. Fremdverschulden wird ausgeschlossen. Der 26-Jährige stammt aus Leipzig und war für ein Spezialunternehmen in der Region im Einsatz, um Windkraftanlagen zu warten.
Ein außergewöhnlicher und am Ende tragischer Einsatz hat die Feuerwehr am frühen Mittwochabend in der Bauerschaft Krumme Reck gefordert. Die Einsatzkräfte wurden laut Alarmierung zu einem medizinischen Notfall an einem Windrad gerufen. Nach Angaben der Polizei hing dort ein Windkraft-Techniker in rund 70 Metern Höhe im Inneren des Turms in seinem Sicherungsgurt und befand sich in „hilfloser Lage“.
Ein Kollege des Mannes hatte den Notruf abgesetzt und die ersten Kräfte eingewiesen. Parallel zur örtlichen Feuerwehr alarmierte die Leitstelle in Warendorf spezialisierte Höhenretter aus ganz Nordrhein-Westfalen. Neben Kräften der Dyckerhoff-Werksfeuerwehr aus Lengerich rückten auch Einheiten aus Gütersloh und Dortmund an. Insgesamt waren nach Angaben der Kreis-Leitstelle rund 50 Einsatzkräfte beteiligt.
Schwieriger Zugang
Die Rettung gestaltete sich nach Angaben von Stadtbrandmeister Lutz Mahler äußerst schwierig. Der Arbeiter hing in rund 70 Metern Höhe im Bereich der sogenannten Aufstiegshilfe, was den Zugang für weitere Kräfte erheblich erschwerte.
Die Höhenretter mussten zunächst durch den engen Turm sowie an der Aufstiegshilfe vorbei an dem Mann vorbeiklettern, um ihn anschließend in mehreren Etappen abseilen zu können. Der 26-Jährige soll sich nach längeren Arbeiten am Windrad bereits auf dem Abstieg befunden haben, als der Notfall eintrat.
Notfallseelsorger im Einsatz
Trotz aller Bemühungen kam am Ende für den jungen Techniker jede Hilfe zu spät. Der Notarzt konnte nur noch seinen Tod feststellen. Polizei und Amt für Arbeitsschutz haben Ermittlungen aufgenommen. Die Ausrüstung sowie das Fahrzeug der beiden Facharbeiter wurden beschlagnahmt. Ob ein medizinischer Notfall oder ein Unfall ursächlich war, ist nach Angaben der Polizei derzeit noch völlig offen.
Der Kollege des Verstorbenen wurde noch an der Einsatzstelle von einem Notfallseelsorger betreut und anschließend zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Nach rund drei Stunden war der Einsatz für die Feuerwehr beendet.
Bericht: wn.de