Nicht angegammelt, sondern absichtlich verkohlt
Die Holzfassade des Feuerwehrgerätehauses in Westbevern wirkt nach einem Jahr renovierungsbedürftig. Doch es steckt ein Plan dahinter.
Die Holzfassade des vor nicht einmal einem Jahr eingeweihten Feuerwehrgerätehauses an der Grevener Straße sieht auf der Wetterseite für das Laienauge ziemlich heruntergekommen aus. Der Anstrich blättert ab, das blanke Holz schaut durch. Der Lack scheint bereits ab zu sein.
Doch kein Grund zur Panik. Das Ganze ist so gewollt. „Bei der Fassade des Neubaus Feuerwehrgerätehaus Westbevern handelt es sich nicht um eine Lasur auf der Holzfassade, sondern um die jahrhundertealte Technik der Karbonisierung um Holz zu konservieren“, schreibt Carolin Tettenborn vom Fachbereich Bauen und Bewirtschaften, die das Projekt federführend begleitet hat.
Soll so aussehen: Stadt plant keine Änderung
„Insofern darf und soll das so aussehen. Die Stadt plant hier keine Änderung. Wir haben uns bewusst für diese nachhaltige, umweltfreundliche und wartungsarme Holzfassade entschieden“, erklärt Tettenborn weiter. Die Feuerwehr als Nutzer habe im Planungsprozess über die Gestaltung mitentschieden.
Bei der Karbonisierung wird das Holz, in Westbevern handelt es sich um heimische Lärche, durch ein Verfahren zur thermischen Umwandlung in Thermoholz umgewandelt. Dabei wird die im Holz befindliche Zellulose teilweise durch Karamellisierung quervernetzt und teilweise verkohlt. Dadurch verändern sich verschiedene Materialeigenschaften wie Farbe, Geruch, Härte und biologische Abbaubarkeit.
Beim oberflächlichen Ankohlen handelt es sich um eine der ältesten Holzschutzmaßnahmen. In Japan ist diese Methode der Karbonisierung von Holz unter dem Namen Yakisugi seit dem 18. Jahrhundert verbreitet. Das Holz erhält durch diese spezielle Verkohlungsmethode sein unverwechselbares dunkles Aussehen und ist dann besonders haltbar.
Bericht: wn.de