Die Waldbrandstufe vier ist in Telgte erreicht. Das bedeutet „hohe Gefahr“, berichtet Markus Pröbsting-Erpenbeck von Wald und Holz NRW. „Die anhaltende Trockenheit und der ausbleibende Regen bereiten mir sehr große Sorgen. Die Wälder und Böden sind stark ausgetrocknet.“ Und leider sei auch in den kommenden 14 Tagen keinerlei Regen in Sicht, weiterhin seien hohe Temperaturen gemeldet. Besonders gefährdet sind laut Pröbsting-Erpenbeck der Klatenberg, die Emsauen und die Delsener Heide aufgrund des hohen Kiefernanteils. „Kiefern sind besonders harzreich. Nadeln enthalten leicht entflammbare ätherische Öle“, erläutert der für Telgte zuständige Förster.

Wind trocknet Böden weiter aus

Für die kommenden Wochen sieht er keine Entspannung: „Im Juni hatten wir bereits Temperaturen bis 38 Grad, und die heißen Wochen im Juli und August stehen uns noch bevor. Zudem führt der anhaltende Wind zu einer weiteren Austrocknung und Erhöhung der Brandgefahr“, warnt Markus Pröbsting-Erpenbeck.

Die Feuerwehr und er seien in regelmäßigem Austausch. Die Zusammenarbeit sei sehr gut. Waldbrandübungen seien in der Planung. Zur Prävention von Waldbränden und Aufklärung der Waldbesucher wurden im Klatenberg bereits im Mai Waldbrandwarnschilder vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW aufgestellt.

Markus Pröbsting-Erpenbeck gibt den Waldbesuchern einige Verhaltensregeln mit an die Hand: Zunächst erinnert er an das vom 1. März bis zum 31. Oktober geltende Rauchverbot. „Leider halten sich viele Leute nicht daran“, weiß der Revierleiter und erinnert daran, dass es sich bei einer Zuwiderhandlung um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Er kündigt an, das Rauchverbot in den kommenden Wochen verstärkt kontrollieren zu wollen. Pröbsting-Erpenbeck warnt zudem davor, brennende Zigarettenkippen aus dem Auto zu werfen.

Grillen und offenes Feuer verboten

Im Abstand von bis zu 100 Metern ist es verboten, im Wald zu grillen oder Feuer zu machen. Wälder dürfen nicht mit dem Wagen befahren werden. Waldeinfahrten sind freizuhalten. Geparkt werden sollte nicht auf trockenem Gras, da sich dieses entzünden kann.

Im Brandfall können Bürgerinnen und Bürger auch mithelfen: Rauchgeruch und Feuer sollten umgehend mit GPS-Angabe unter 112 gemeldet werden. Rettungskräfte sollten dabei möglichst genau eingewiesen werden. Anschließend sollte der Wald schnellstens verlassen werden. Umgekippte Pylonen müssen unbedingt liegengelassen und nicht wieder aufgestellt werden, denn sie weisen den nachrückenden Einsatzkräften den Weg zum Einsatzort.

„Ich appelliere an die Vernunft der Menschen und hoffe sehr auf die Mithilfe zur Vermeidung von Waldbränden“, sagt Markus Pröbsting-Erpenbeck und berichtet in diesem Zuge, dass die Erfahrung zeige, dass über 90 Prozent der Wald- und Graslandbrände durch den Menschen verursacht würden.

 

Bericht: wn.de