Frühjahrsübung in Westbevern
Einsatz, rasches Handeln in entscheidenden Situationen, technisches Verständnis und Übersicht: All das bewiesen rund 60 Feuerwehrleute bei der großen Frühjahrsübung am Pfarrheim in Westbevern.
Die Löschzüge aus Telgte und Westbevern sowie die Kameraden der Löschgruppen aus Raestrup und Ostbevern zeigten, dass sie für Ernstfälle bestens gewappnet sind.
Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Übung. „Da passt alles zusammen, jeder Handgriff sitzt“, meinte ein Beobachter. Dem schloss sich Bürgermeister Wolfgang Pieper an. „Die Stadt Telgte ist stolz auf Ihre Tätigkeit, die Sie ehrenamtlich ausüben, und zollt Ihnen Respekt und Hochachtung dafür.“ Es freute ihn, dass sich so viele Besucher ein Bild von der Leistungsfähigkeit der Wehr machen wollten.
Mit elf Fahrzeugen waren die Kameraden angerückt. Die von den Westbeverner Zugführern Klaus Schulte und Frank Göttker ausgearbeitete Lage: Im Kaminzimmer des Pfarrheims findet eine Gruppenstunde der Messdiener statt. Die Jugendlichen im Alter von zwölf bis 15 Jahren werden plötzlich von einem lauten Knall im Keller aufgeschreckt. Vermutlich ist ein altes Fernsehgerät implodiert und hat ein Feuer entfacht. Einige der Jugendlichen versuchen, das Feuer selbst zu löschen. Sie kommen aber nicht mehr gegen die sich ausbreitenden Flammen an. Die anderen werden im Erdgeschoss vom Rauch eingeschlossen. Durch einen Versorgungsschacht frisst sich das Feuer schnell bis ins Dachgeschoss durch. Als die ersten Einsatzkräfte eintreffen, muss davon ausgegangen werden, dass noch mindestens fünf Personen im Gebäude sind.
Sie zu retten, hatte wie immer Vorrang, während parallel die Wasserversorgung aufgebaut und mit der Drehleiter eine Riegelstellung zum Kindergarten St. Christophorus aufgebaut wurde. Fünf Trupps gingen unter Atemschutz in das stark verrauchte Gebäude, mussten sich vortasten – teils sogar kriechend –, um zu den vermissten Personen zu gelangen. Die komplexe Gebäudestruktur machte es den Feuerwehrleuten sehr schwer, schnell den richtigen Weg zu finden. Es gelang ihnen trotzdem relativ schnell, alle fünf Personen aus ihrer Lage zu befreien. Sie wurden gleich vom Roten Kreuz versorgt. Währenddessen lief die Brandbekämpfung.
Stadtbrandmeister Alfons Huesmann freute sich über den gelungenen Ablauf und über das Interesse der Bürger. „Es war eine anspruchsvolle Übung. Die gesteckten Ziele – Menschenrettung, Brandbekämpfung und Zeitplan – wurden erreicht, die Kommunikation war gut.“
Siegfried Niemann erklärte während der Übung über Lautsprecher das Vorgehen im Detail, gab aber auch Tipps, wie man sich in solchen Brandsituationen verhalten sollte.