Brandnachschau endet in einem Großeinsatz
Was als Routineeinsatz begann, entwickelte sich bei der Sommerübung der Feuerwehr zu einem anspruchsvollen Szenario: Ein brennender Elektrobus, chemischer Nebel und mehrere vermisste Personen forderten die Kräfte von Feuerwehr, THW und DRK.
Plötzlich hatte Einsatzleiter Daniel Albers alle Hände voll zu tun. Denn was bei der Sommerübung der Feuerwehr Telgte am Montagabend als einfache Brandnachschau begann, entwickelte sich binnen kurzer Zeit zu einem komplexen Einsatzszenario. Zahlreiche Kräfte mussten nachalarmiert werden. Zudem kamen das THW, Mitglieder des DRK sowie angehende Notfallsanitäter des Kreises Warendorf hinzu. Auch die Jugendfeuerwehr war beteiligt: Sie kühlte die Vorderseite des Gebäudekomplexes, während die Wehr im hinteren Bereich arbeitete.
Komplexes Szenario
Zur angenommenen Lage, die von Gunnar Schlecht ausgearbeitet worden war: In einer Fahrzeughalle des Busunternehmens bemerkten Beschäftigte Rauch an einem abgestellten Elektrobus. Sie löschten den Brand zunächst selbst und meldeten der Feuerwehr, dass lediglich eine Brandnachschau nötig sei. Deshalb rückte zunächst nur ein Löschfahrzeug der Feuerwehr aus.
Doch plötzlich verschärfte sich die Lage: Die Batterie des Busses gaste weiter aus. Als zwei Mitarbeiter erneut Hilfe holen wollten, entzündete sich ein Luft‑Gas‑Gemisch. Der Bus stand schlagartig in Flammen, dichter Rauch breitete sich aus. Die beiden Beschäftigten verloren in der Halle die Orientierung und fanden den Ausgang nicht mehr.
Explosion
Parallel dazu arbeiteten zwei weitere Mitarbeiter in der benachbarten Halle in einer Wartungsgrube an einem Bus. Der laute Knall der Explosion erschreckte sie – dabei kippte ein Behälter mit Reinigungsmittel um. Die Flüssigkeit reagierte mit anderen Stoffen und Kraftstoffresten, ein dichter chemischer Nebel entstand. Einer der Männer brach sofort zusammen, der andere versuchte zu fliehen, verirrte sich jedoch im Nebel und wurde von herabfallendem Material eingeklemmt.
Schnelles Reagieren, ein gezielter Einsatz der Kräfte, das stetige Nachalarmieren weiterer Helfer sowie die parallele Personenrettung und Brandbekämpfung forderten die verschiedenen Hilfsorganisationen in besonderem Maße.
„Die Übung ist im Großen und Ganzen gut gelaufen“, befand der stellvertretende Wehrführer Carsten Einhoff, der den Zuschauern am Mikrofon sowohl das Szenario als auch das Vorgehen der Kräfte erläutert hatte. Bei einer Besprechung in den nächsten Tagen soll es um weitere Details und Verbesserungen gehen.
Bürgermeisterin lobt Einsatzkräfte
Auch Bürgermeisterin Katja Behrendt lobte die Feuerwehr und die weiteren Hilfsorganisationen. Das Engagement der Ehrenamtlichen sei nicht nur bei dieser Übung deutlich geworden, sondern zeige sich auch bei einer Vielzahl von Einsätzen, die höchstprofessionell abgearbeitet würden. Mit Blick auf die Übung im Gewerbegebiet ging sie besonders auf die sogenannte Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften ein. Viele Firmen stellten bereits Ehrenamtliche für Einsätze frei – das sei sehr lobenswert. Gleichzeitig betonte sie, dass es das Ziel sein müsse, die Tagesverfügbarkeit weiter zu verbessern.
Die Sommerübung fand auf dem Gelände des Busunternehmens Bils im Gewerbegebiet Kiebitzpohl statt. Zahlreiche Zuschauer, darunter auch etliche Vertreter der Ratsfraktionen sowie Bürgermeisterin Katja Behrendt, verfolgten den Ablauf.
Bericht: wn.de