Wenn Frank Göttker und die anderen zwölf Kameraden der Löschgruppe Winkhaus ausrücken, dann kommen sie auf Zeiten, die ähnlich der einer Berufsfeuerwehr sind. Denn sie sind allesamt Mitarbeiter des Telgter Unternehmens und haben kurze Wege zum Einsatzfahrzeug. Ein kurzer Sprint in die Tiefgarage zum Umziehen, und wenig später passiert das Löschfahrzeug dann bereits die Schranken auf dem Unternehmensgelände und ist wenig später am Einsatzort.

Seit 13 Jahren besteht die Kooperation zwischen Winkhaus, der Stadt Telgte und der Feuerwehr. Eine Win-Win-Win-Situation für alle Beteiligten, wie es Ordnungsamtsleiterin Tatjana Hansen formulierte, denn in diesem Fall gibt es drei Gewinner. Die Stadt Telgte, die sich durch die Löschgruppe Winkhaus einen Nordstandort spart, das Unternehmen, das im Fall der Fälle quasi eine Werksfeuerwehr hat, und die Telgter Bürger. „Denn die Löschgruppe erspart uns letztlich viel Geld – Steuergeld“, so Hansen.

Die Idee hatten 2011 Dieter Sternberg und Frank Göttker. Die Anfänge waren vergleichsweise bescheiden, denn anfangs mussten die „Winkhäuser“ mit einem Bulli mit entsprechender Technik ausrücken. Zwei Jahre später folgte dann ein „ausgewachsenes“ Löschfahrzeug, das jahrelang auf dem Firmengelände in einem Großzelt untergestellt war. 2022 ein nächster Schritt, die Löschgruppe bekam eine eigene Garage, und vor kurzer Zeit ein weiterer Meilenstein. Das in die Jahre gekommene Löschfahrzeug wurde gegen ein aktuelleres Modell ausgetauscht.

Die Motivation der Winkhaus-Mitarbeiter, die sich zugleich in der Feuerwehr engagieren, ist fast durchgängig der Antrieb, anderen Menschen, auch im eigenen Unternehmen, helfen zu wollen. „Wir sind stolz auf unsere Löschgruppe“, sagte Standortleiter Peter Hordt bei einem kleinen Pressetermin anlässlich der Vorstellung des „neuen“ Fahrzeugs. Das Unternehmen profitiere immer wieder von der Kooperation, zuletzt beim Hochwasser an Weihnachten und über den Jahreswechsel, wo schnell, effektiv und vor allem mit ausgezeichneter Ortskenntnis geholfen werden konnte.

An Arbeitstagen von 6 bis 15.30 Uhr ist die Löschgruppe Winkhaus einsatzbereit. „Das ist ein großer Vorteil, um den uns andere beneiden“, weiß Stadtbrandmeister Lutz Mahler. Denn nicht nur die kurzen Ausrückezeiten seien ein immenser Vorteil, sondern auch die Tatsache, dass bis zu 13 Mitarbeiter verfügbar seien und damit die Schlagkräftigkeit der Wehr wesentlich erhöhten. Denn wie bei anderen Feuerwehren auch, ist die sogenannte Tagesverfügbarkeit der Kräfte immer wieder ein Thema.

Daher sorgte bereits vor kurzer Zeit eine weitere Nachricht für viel Freude bei allen Beteiligten. „Uns ist weiter an einer langfristigen Zusammenarbeit gelegen“, sagte er abschließend.

 

Bericht: wn.de