Abriss bedeutet noch keinen Neubau
Die Volksbank im Münsterland lässt derzeit zwei Häuser in der Telgter Innenstadt abreißen, die Bestandteil eines geplanten Neubauprojektes an der alten Feuerwache sind. Die Arbeiten erfolgen allerdings aktuell nur, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen.
Für den großen Bagger ist es kein Problem. Bereits in einigen wenigen Tagen soll von den beiden Häusern an der Königstraße, darunter das ehemalige Hüser-Gebäude, nichts mehr zu sehen sein. Doch wer nun meint, dieser Abriss in direkter Nähe zur ehemaligen Feuerwehr sei gleichzeitig auch der Startschuss für die Bebauung des Gesamtareals zwischen Ritter- und Königstraße, der liegt falsch.
„Wir kommen zum jetzigen Zeitpunkt lediglich unserer Verkehrssicherungspflicht nach“, betont Frank zur Nieden, Bereichsdirektor Organisation und Infrastrukturmanagement, bei der Volksbank im Münsterland. Die beiden Gebäude seien baufällig gewesen, daher hätten die Experten zuletzt Bedenken gehabt und zum Abriss geraten. Nach der Beseitigung der letzten Schuttreste auf dem Areal soll es (vorerst) wieder still auf dem Gelände in der Innenstadt werden.
Doch es gibt in diesem Zusammenhang eine weitere Neuigkeit. Seit kurzer Zeit ist die Volksbank Eigentümerin der ehemaligen Feuerwache an der Ritterstraße, die sie von der Stadt erworben hat. Derzeit, so Frank zur Nieden, sei man mit der Stadtverwaltung in einem guten Austausch, was das weitere Vorgehen und einen möglichen Startzeitpunkt für die eigentlichen Arbeiten angehe. Er nennt in diesem Zusammenhang allerdings kein konkretes Datum.
Verwaltung will zwei Baustellen gleichzeitig vermeiden
Zum Hintergrund: Das Ziel der Verwaltung war es immer, zwei große Baustellen in direkter Nähe zueinander möglichst zu vermeiden. Von daher wird es wahrscheinlich noch ein wenig dauern, bis die Bauunternehmen auf der Feuerwachen-Fläche anrücken.
Die Pläne für das zweite Großprojekt in der Altstadt existieren allerdings bereits seit längerer Zeit. Zur Erinnerung: Bereits im Herbst 2019 hatte es einen durch die Bank initiierten Architektenwettbewerb für das Gelände gegeben. Das Münsteraner Büro „Hehnpohl“ konnte dabei den ausgezeichneten Entwurf vorlegen.
35 Wohneinheiten geplant
Nach diesen Plänen sollen auf dem dann rund 2300 Quadratmeter großen Areal rund 35 Wohneinheiten entstehen. Im Erdgeschoss sollen zusätzliche Flächen für Dienstleistungsangebote realisiert werden. Alle Wohnungen sollen barrierefrei durch einen Aufzug und über eine gemeinsame Tiefgarage erschlossen werden, so das Konzept.
Die Gesamtplanungen schließen aber nicht nur das Areal der ehemaligen Feuerwache, des Volksbank-Parkplatzes und der beiden Häuser an der Königstraße ein, sondern auch das Bankgebäude selbst sowie das direkte Umfeld ist seit längerer Zeit Bestandteil weiterer Überlegungen. Die Idee dabei ist, dass neben einem Standort für die Volksbank zusätzlicher Wohnraum auch auf diesem Gelände realisiert werden kann.
Bericht: wn.de