Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Telgte zog die Leitung um Stadtbrandinspektor Lutz Mahler und seinen Stellvertreter Stadtbrandinspektor Carsten Einhoff Bilanz: Es war ein „einsatzintensives Jahr“ mit 196 Einsätzen.

In seinem Jahresbericht stellte Lutz Mahler anhand der Einsatzstatistik das breite Aufgabenspektrum der Feuerwehr dar und verdeutlichte die Bedeutung eines leistungsfähigen Bevölkerungsschutzes. Die Auswertung zeige die Vielfalt der Einsatzlagen – vom Brandeinsätzen über technische Hilfsleistungen bis hin zu Unterstützungsmaßnahmen im Katastrophenschutz. Zur Versammlung im Schul- und Veranstaltungsraum der Feuerwehr begrüßte Mahler unter anderem Bürgermeisterin Katja Behrendt sowie den stellvertretenden Kreisbrandmeister Benjamin Schürholt.

Blick auf die Menschen hinter den Einsätzen

Gleich zu Beginn seines Berichts richtete Lutz Mahler den Blick auf die Menschen hinter den Einsätzen. Besonders hob er die Unterstützung durch Familien, Angehörige und Freunde hervor. Ohne deren Verständnis, Rückhalt und Flexibilität sei der umfangreiche Dienstbetrieb einer freiwilligen Feuerwehr nicht möglich. Neben den Einsätzen leisteten die Kameradinnen und Kameraden zahlreiche Ausbildungs- und Übungsstunden – ein Engagement, das weit über das eigentliche Einsatzgeschehen hinausgehe.

Ein Schwerpunkt des Jahres 2025 lag auf Ausbildung und Übungen. Die Sommerübung an der Schule in Vadrup simulierte eine kombinierte Brand- und MANV-Lage (Massenanfall von Verletzten) unter Beteiligung der Notfallsanitäter-Auszubildenden des Kreises Warendorf. Wie realistisch diese Übung angelegt war, zeigte sich nur wenige Stunden später bei einem ausgedehnten Zimmerbrand am Eichenweg. Dort rettete die Feuerwehr insgesamt sechs Personen aus einer akuten Gefahrenlage. Durch das schnelle und koordinierte Vorgehen konnte der Schaden auf das vorgefundene Ausmaß begrenzt werden.

ABC-Übung der TEO-Feuerwehren

Auch auf überörtlicher Ebene war die Feuerwehr eingebunden. Bei einer großen ABC-Übung der TEO-Feuerwehren wurde das neue ABC-Konzept erprobt, anschließend optimiert und inzwischen in die Alarm- und Ausrückeordnung aufgenommen. Die Umsetzung in der Leitstelle steht kurz bevor.

Im Bereich Ausstattung und Technik konnte die Feuerwehr wichtige Investitionen realisieren. Dazu zählen neue Funkmelder für die verschlüsselte Alarmierung, moderne Akku-Lüfter für die Hilfeleistungslöschfahrzeuge der Löschzüge Telgte und Westbevern sowie ein neuer akkubetriebener Hilfeleistungssatz für das Hilfeleistungslöschfahrzeug in Telgte. Ein baugleicher Satz für Westbevern ist vorgesehen. Im Spätsommer wurde zudem das neue Mannschaftstransportfahrzeug für den Löschzug Westbevern offiziell übergeben. Ein Transportanhänger sowie ein Notstromanhänger stehen kurz vor der Auslieferung.

Neben Einsatzdienst und Ausbildung spielte auch das kameradschaftliche und öffentliche Leben eine wichtige Rolle. Der Tag der offenen Tür des Löschzugs Telgte war erneut sehr gut besucht. Erstmals wurde dabei ein Mitmachkonzept umgesetzt, bei dem Besucher unter Anleitung praktische Feuerwehrarbeit kennenlernen konnten. Veranstaltungen gemeinsam mit dem THW stärkten zusätzlich den Zusammenhalt.

Waldbrandübung und Sommerübung

Mit Blick auf das laufende Jahr kündigte die Wehrleitung unter anderem eine große Waldbrandübung, eine Sommerübung sowie weitere gemeinsame Veranstaltungen mit Familien und Freunden an. Abschließend dankte Lutz Mahler allen Kameradinnen und Kameraden sowie deren Angehörigen für ihren Einsatz, ihre Unterstützung und ihr Verständnis.

Alle Beteiligten zeigen Verständnis für die Einsparungen in den Haushalten und wollen sich sachlich in die sinnvolle Verteilung der Gelder und Budgets einbringen.

Im Rahmen der Generalversammlung sprach Bürgermeisterin Katja Behrendt erstmals in ihrer neuen Funktion zu den Feuerwehrkameradinnen und -kameraden. Sie würdigte den starken Zusammenhalt der Wehr und das ehrenamtliche Engagement, das weit über die Einsätze hinausgehe. „Das ist alles andere als selbstverständlich“, betonte Behrendt und dankte der Freiwilligen Feuerwehr Telgte im Namen der Stadt für ihren Einsatz und ihre Verlässlichkeit. Mit Blick auf die angespannte Finanzlage vieler Kommunen hob die Bürgermeisterin zudem die Bedeutung interkommunaler Zusammenarbeit hervor. „Interkommunale Zusammenarbeit hilft, Ressourcen effizient einzusetzen und voneinander zu profitieren“, sagte Behrendt.

Zivil- und Bevölkerungsschutz

Der stellvertretende Kreisbrandmeister Benjamin Schürholt stellte in seinem Grußwort die wachsende Bedeutung des Bevölkerungsschutzes heraus. Zivil- und Bevölkerungsschutz beginne nicht in fernen Krisenregionen, sondern vor Ort – in Städten und Gemeinden. Die Feuerwehr spiele dabei eine zentrale Rolle, stoße jedoch als überwiegend ehrenamtlich getragenes System insbesondere bei langanhaltenden Einsatzlagen an Grenzen.

Mit Blick auf mögliche Krisenszenarien wie großflächige Stromausfälle oder Störungen kritischer Infrastrukturen forderte Schürholt, den Bevölkerungsschutz stärker in den Fokus von Politik und Gesellschaft zu rücken, um Einsatzkräfte zu entlasten und die Handlungsfähigkeit langfristig zu sichern.

 

Bericht: wn.de