Noch Luft nach unten, 21.05.2011


Die Planung für den Bau einer neuen Feuerwache an der Alverskirchener Straße wird jetzt konkreter. Der Fachausschuss des Rates setzte gestern Abend mit großer Mehrheit das planungsrechtliche Verfahren in Gang, das eine umfangreiche Bürgerbeteiligung garantiert.


Die Lärmemissionen, die von einer Feuerwache am neuen Standort ausgehen, spielten im Ausschuss nur eine untergeordnete Rolle. Ein Gutachten hat an zwei umliegenden Häusern während der Nacht geringe Überschreitungen der Richtwerte errechnet. Abschirmungsmaßnahmen seien möglich. Martinshornfahrten muss aber jeder hinnehmen.

Als Grundlage für die Realisierung dient der Vorentwurf des Büros Martin aus Münster, das den Architektenwettbewerb gewonnen hatte. Die Zuwegung von der Lortzingstraße soll aber ausschließlich im Alarmfall nutzbar sein, worauf schon der Planungsbeirat Wert gelegt hatte.


Rettungs- und Feuerwache zusammen sollen nicht teurer werden als 5,6 Millionen Euro. Der Planungsausschuss sieht aber ausdrücklich noch Luft nach unten und erwartet Vorschläge, wie sich das Feuerwehrhaus ohne Rettungswache, die vom Kreis refinanziert wird, für vier Millionen Euro bauen lässt. Das Kostencontrolling erfolgt durch ein externes Büro.

Der Ausschuss folgte der Verwaltung auch hinsichtlich der Festlegung eines Satellitenstandortes nördlich der Bahn. Es handelt sich um den Parkplatz an der Kreuzung Ostbeverner/Einener Straße. Hierzu soll es frühzeitig eine Bürgeranhörung geben. Die Feuerwehr-Zweigstelle soll nach bisheriger Kostenschätzung nochmals rund 730 000 Euro kosten.
Die enormen Ausgaben, die auf die Stadt zukommen, bestimmten die zweistündige Diskussion im Planungsausschuss. „Wir können nur das, was wir müssen“, sagte Detlev Dierkes (FDP). Die Liberalen hatten den Satelliten zunächst zurückstellen wollen. Erstaunt waren Klaus-Werner Heger (SPD) und Christoph Boge (CDU) über die große Diskrepanz zwischen 3,5 Millionen - dieser Betrag war über mehrere Jahre im städtischen Haushalt geblockt - und 6,4 Millionen Euro, die die Martin-Planung nach externer Schätzung kosten soll. Die damalige Summe sei ein reiner Näherungswert gewesen, so Bürgermeister Pieper - ohne jedes Raumprogramm. „Man darf hier nicht Äpfel und Birnen miteinander vergleichen.“
Boge und Heger legten trotzdem Wert darauf, dass hinsichtlich Kostenreduzierung ein stärkeres Signal gesetzt wird, als es die Verwaltung mit ihrer Deckelung auf 5,6 Mio. Euro getan hatte. „Dann müssen Sie ja aufs Dach verzichten“, sagte Michael Brandherm (Grüne) in Richtung CDU und SPD.
In der nächsten Planungsphase werde es hier keine Tabus geben, sicherte der Bürgermeister das günstigste Preis-Leistungsverhältnis zu. Die Verwaltung hatte schon von sich aus den umstrittenen Übungsturm, die Einfassung des Übungsplatzes mit einer Mauer sowie einen Versammlungsraum für die Jugendfeuerwehr als Einsparpotenzial genannt. Auch über die Anzahl der Tore könne man reden, so Pieper. Ziel müsse es aber bleiben, eine funktionsfähige Wache zu bekommen.
Stefan Schopmeyer, der den Architektenwettbewerb betreut hatte, warnte davor, vorschnell bestimmte Elemente aufzugeben. Das Büro Martin sei gewiss in der Lage, durch intelligente Lösungen möglichst viel von der Entwurfsqualität zu retten.