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Mehrheit für Bolzplatz 08.10.2010


Der Knoten ist durchgeschlagen: Mit großer Mehrheit hat sich der Rat gestern Abend bei lediglich drei Gegenstimmen aus den Reihen der SPD für den Bolzplatz an der Alverskirchener Straße als Standort für die neue Feuerwache ausgesprochen.


Zahlreiche Besucher, darunter sowohl Feuerwehrleute als auch Anlieger, verfolgten am Donnerstagabend die Ratssitzung zum Thema Feuerwehrstandort.Foto: (Röttig)

?Ich freue mich, dass es heute eine so deutliche Mehrheit gegeben hat?, sagte Bürgermeister Wolfgang Pieper. Mit Blick auf die knapp 40 anwesenden Feuerwehrleute fügte er hinzu: ?Sie haben ab dem heutigen Tag eine Perspektive.? Gleichwohl, das machte er deutlich, sei weiterhin Geduld gefragt, denn das Verfahren brauche Zeit.

Deutliche Worte auch von Wehrführer Alfons Huesmann. ?Wir sind auf einem guten und richtigen Weg.? An die Adresse der Anwohner gerichtet versprach er: ?Wir werden ihnen gute Nachbarn sein.?

Die Anlieger wiederum wollen sich voraussichtlich bereits in der kommenden Woche treffen und das weitere Vorgehen besprechen. Dabei wird auch ein Rechtsanwalt anwesend sein, der sie über Klagemöglichkeiten und -chancen informiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass einer oder einige der Anwohner den Rechtsweg beschreiten, scheint derzeit hoch. Dabei stützt sich die Kritik vor allem auf die Ergebnisse des Lärmgutachtens.

?Das war ein Prozess, der viel Unmut provoziert hat?, betonte Klaus Resnischek (SPD). Er habe einen Widerstand erlebt, den er in dieser Form bislang noch nicht festgestellt habe. Unter anderem deshalb seien Teile seiner Fraktion - auch er selbst - gegen den Standort an der Alverskirchener Straße. ?Wir kommen auf dem Bruens Gelände wesentlich schneller ans Ziel?, war er sich sicher.

?Wir wollen der Feuerwehr eine klare Perspektive aufzeigen und sehen keine Alternative zum Standort auf dem Bolzplatz?, betonte Frank Demmer von der CDU-Fraktion. Denn: Das Alternativgrundstück Bruens stehe de facto aus finanziellen Gründen nicht zur Verfügung. Er bat darum, im weiteren Verfahren ein besonderes Augenmerk auf den Lärmschutz zu richten und eine enge Bürgerbeteiligung zu realisieren.

Klare Worte auch von Karin Horstmann (FDP), die sich mit ihrer Fraktion bislang immer für das Bruens-Areal ausgesprochen hatte. ?Es ist nicht verantwortbar, dieses Gelände zu diesen Bedingungen zu kaufen?, sagt sie. Zudem habe bei der FDP auch den Ausschlag gegeben, dass eine Sonderquerung über die Bahngleise nicht möglich sei.

Sabine Grohnert (Grüne) regte an, Kinder und Jugendliche an der Suche nach einem neuen Bolzplatzgelände zu beteiligen.

Der ungefähre Zeitplan, den Bürgermeister Wolfgang Pieper vorstellte, ist eng gesteckt. Bereits im März kommenden Jahres will er das Bauleitverfahren auf den Weg bringen. Er rechnet damit, dass 2013 der erste Spatenstich erfolgen kann. Die Fertigstellung ist für 2014 anvisiert.

Zur Auswahl eines qualifizierten Architekturbüros und um Alternativentwürfe zu bekommen, soll ein begrenztes Wettbewerbsverfahren durchgeführt werden. Parallel zu den Planungen für die neue Wache soll die Verwaltung auch den von der Bezirksregierung Münster geforderten Satelliten-Standort nördlich der Bahnlinie planerisch vorbereiten.

Bestandteil des Gesamtprojektes ist ebenfalls - wie bereits berichtet - die Errichtung einer Rettungswache. Für deren Realisierung sollen schon bald vertragliche Regelungen mit dem Kreis Warendorf getroffen werden.

Nicht nur Anlieger, sondern auch zahlreiche Feuerwehrleute verfolgten interessiert die Sitzung im Ratssaal. Stellenweise quittierten letztere die Äußerungen der Politiker mit lautem Beifall.




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